Kultur-Kunst- Kommunikation 
/

 

 

urbanfarm Büro für Kultur und Kommunikation

 Aktion „moderne Stadt fährt Rad!“


Am 29. 10. 2013 fand das erste Arbeitstreffen im Rahmen der Radberatung Oberösterreich zwischen der Stadtverwaltung Leonding, den Beauftragten des Klimabündnis´ und der Radlobby Leonding statt. Im Zuge der Radberatung startete die Gemeinde Leonding die Aktion „Moderne Stadt fährt Rad“, um hier mehr BewohnerInnen zum Alltagsradfahren zu motivieren.
Das Treffen wurde von Gerlinde Larndorfer vom Klimabündnis moderiert und zielte sehr konstruktiv auf wichtige Aufgaben und eine inhaltliche Annäherung der verschiedenen Beteiligten ab. Von Seite der Planungsabteilung kamen etwa zahlreiche Überlegungen zur Kosten-Nutzen-Rechnung einzelner Maßnahmen, während für es Vertreter der Radlobby gilt, wichtige Versäumnisse in der Infrastruktur für Radfahrer nachzuholen und die allgemeine Situation entscheidend zu verbessern. Außerdem fordert die Radberatung OÖ dringend die Bestellung eines Fahrradbeauftragten von der Gemeinde Leonding.
Gut eine Woche nach dem Arbeitstreffen ging es dann zum Lokalaugenschein am Fahrrad, wo sich der Trupp quer durch die Stadt bewegte, um sich verschiedenen Situationen im Radwegenetz zu widmen. Bei etlichen Querungen etc. wurde eine schlechte Übersicht für Radfahrer festgestellt, was in der Folge auch zu einem schlechten Gesehenwerden der Radfahrer im allgemeinen Straßenverkehr führt. Rüdiger Neunteufel von der Radlobby Leonding vermutet daher auch den Faktor Angst als größte Hemmschwelle überhaupt für viele Menschen in der Stadt, um für Alltagswege aufs Fahrrad zu steigen. Dadurch, dass auch immer nur wenig Radfahrer in Leonding unterwegs sind, werden diese vom Autoverkehr unzureichend wahrgenommen – die Autofahrer rechnen nicht mit Radlern und übersehen diese dadurch schnell.
Aber auch im Bereich der Planung werden nach wie vor ungünstige Lösungen angewandt, wie etwa der Geh-Rad-Weg, der seit einigen Jahren in Leonding bei neuen Bau- und Siedlungsprojekten am Straßenrand miterrichtet wird. VertreterInnen der Radlobby bewerten das Konzept Geh-Rad-Weg als äußerst schwierig sowohl für Radfahrer als auch für Fußgänger. Wesentlich sinnvoller wäre es, den Radverkehr in (temporeduzierte) Siedlungsstraßen zu verlegen.
Als weiteres großes Manko bewertet die Radlobby fehlende Radabstellplätze an zahlreichen Orten – gerade bei vielen Straßenbahnhaltestellen sind Abstellplätze unentbehrlich! Auch vor Schulen und Kindergärten fällt das Angebot an solchen teilweise sehr mager aus – Argumente wie „Kinder dürfen ja sowieso noch nicht allein mit dem Radl auf der Straße zur Schule/ zum Kindergarten fahren“ von Seite der Planung zeigen, dass Theorie und Praxis einmal mehr weit auseinanderklaffen.
Im Jänner wird das nächste Arbeitstreffen folgen, nun soll an Details in der Stadt weitergefeilt sein. Eine große zentrale Frage wird weiterhin bleiben: wie motivieren wir die Menschen rund um uns zum Radfahren im Alltag? Denn nur, wenn mehr Leute aufs Rad steigen und auf den Straßen in Leonding präsent sind, wird sich das Bild der Radler in den Köpfen (vor allem: der Autofahrer) einprägen, nur so werden die Radler im Straßenverkehr besser mitgedacht und Gefahren entschärft – und nur so wird Leonding letztendlich sauberer, ruhiger, gesünder und lebenswerter!

Festessen in der Pension Alexandra

Festessen in Pension Alexandra. Asylwerber treffen Menschen.

„Ein noch größeres Fest machen wir, sobald wir unseren Aufenthalts bescheid bekommen!“, kommentieren die jungen Männer die Einladung zum Essen.

Ein liebevolles Fest veranstalteten am 5. Oktober die jungen Männer, die seit Anfang 2013 die Pension Alexandra in Untergaumberg bewohnen, und die sich in Österreich um Asyl bewerben. Für Freunde, ehrenamtliche Deutschlehrerinnen und -lehrer, Wegbereiter und Bekannte wurden zahlreiche Speisen aus traditionell afghanischer und pakistanischer Küche gekocht, um den Gästen aus Österreich Besonderheiten aus den eigenen Kulturen näher zu bringen.

  „Gerade bei Speisen oder Musik gibt es bei uns viele spannende Aspekte, die sicher auch die Menschen in Österreich interessieren“, sagt Mohammad Ullah, einer der Asylwerber, der ursprünglich aus Afghanistan stammt.Als aufgeschlossen, hilfsbereit, und kommunikativ haben sich die Bewohner der Pension Alexandra bereits einen guten Ruf in ganz Leonding bereitet. Auch beim Deutschlernen zeigen sie sich sehr motiviert und haben hier seit ihrer Ankunft bereits große Fortschritte gemacht. 

„Ein noch größeres Fest machen wir, sobald wir unseren Aufenthalts bescheid bekommen!“, kommentieren die jungen Männer die Einladung zum Essen. Dann nämlich haben Unsicherheit und Warten bezüglich der Zukunft ein Ende, und die jungen Männer dürfen eine Arbeit suchen und vielleicht auch einmal eine eigene Familie gründen.

 

Wachstumsphase_Sommer 2013

 

Im Jänner 2013 veranstaltete die ARGE die Fabrikanten / Kepler Salon / schwemmland / urbanfarm das zweitägige Symposium WACHSTUMSPHASE, das in den Räumlichkeiten der Linzer Tabakfabrik stattfand. Alles drehte sich dabei um das Phänomen Gemeinschaftsgarten – von einer bewussten Ernährungspolitik hin bis zu den sozialen Bereicherungen des nachbarschaftlichen Gärtnerns. Mit diversen Vorträgen und Diskussionen wurde das Thema aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und durchdacht. Nachdem in diesen Tagen viel Theorie ausgetauscht und angesammelt werden konnte, bot die Tabakfabrik Linz den OrganisatorInnen der Wachstumsphase schließlich an, diese mit Frühlingsbeginn direkt am Gelände der Tabakwerke in die Praxis umzusetzen.

Erste Treffen dafür wurden organisiert, erste Pläne wurden geschmiedet und dann wurde das Projekt auch noch mit dem Interkulturpreis der Stadt Linz honoriert und unterstützt.

Schwerpunkt des neu entstehenden Gemeinschaftsgarten in der Tabakfabrik/Ludlgasse sollte der Aspekt Interkultur sein. Von Anfang an stellten die Integration möglichst unterschiedlicher Menschen und Menschengruppen ein zentrales Thema da, getragen von dem Gedanken, den Garten als einen Raum für Begegnung, Kommunikation und Gemeinschaft zu sehen.

Immer mehr interessierte Menschen fanden im März und April zu den Treffen, in denen das Anlegen und die Form des neuen Gartens diskutiert und Aufgaben und Gruppen eingeteilt wurden.

Wie bei jedem neu entstehenden Projekt hatten die Menschen auch hier anfänglich mit einigen Hürden und Verzögerungen zu kämpfen – die größte dabei sicher das negativ ausfallenden Ergebnis der Bodenproben des vorgesehenen Rasenstreifens, der sich immerhin im alten Industriegelände von Linz befindet. Als das Ergebnis jener Untersuchung größere Schwermetallbelastungen ergab, gingen die GartlerInnen sofort dazu über, in Form von Hochbeeten weiterzudenken, für die alte Holzpaletten und eine Menge an unbelasteter Gartenerde herbeigeschafft werden musste. Der organisatorische Aufwand war kein kleiner, doch als die ersten Hochbeete errichtet und schließlich bepflanzt waren, ließ sich der Erfolg des Projekts nicht mehr bremsen.

Engagierte Personen aus diversen Organisationen wir dem BFI, migrare, und anderen Vereinen und NGOs brachten viele neue Menschen in den Gemeinschaftsgarten, und so entstanden ein neues Beet ums andere, gemeinsam errichtet und bepflanzt. Immer mehr konnte sich auch der Grundsatz der Interkultur hier in die Praxis umsetzen: Menschen unterschiedlichster Herkunft und Kultur engagierten sich im neuen Garten, darunter Flüchtlinge und Asylwerber neben Familien, die schon über mehrere Generationen hinweg in Linz leben und Linzerinnen und Linzern aus der direkten Nachbarschaft.

Hier werden nicht nur Pflanzen ganz unterschiedlicher Herkunft kultiviert, sondern auch in den verschiedenen Landessprachen der  TeilnehmerInnen beschriftet und ausgezeichnet; auf Sitzbänken werden hier jede Woche Deutschkurse, in denen das Garteln im praktischen und im wörtlichen Sinne im Mittelpunkt steht, angeboten. Nicht zuletzt lernen sich hier neue Menschen kennen, die sich miteinander austauschen, voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen können – und das sogar über das Gartenprojekt hinaus.

Im Juli wurde bereits ein großes gemeinsames  Fest im Hof der Tabakfabrik gefeiert, im September wird es eine weitere Grillerei geben. Und inzwischen wächst der Garten an seinen Pflanzen und an seinen Menschen jeden Tag ein Stück weiter.

 Von Anfang an voll Idealismus und Eifer arbeitet Hannes Maier,  Obmann des Vereines, der den neuen Gemeinschaftsgarten betreibt, unermüdlich an der Organisation, hilft mit, wenn es um die Errichtung neuer Beete geht und steht den einzelnen TeilnehmerInnen immer mit gutem Rat zur Seite.

Von Sabri Opak, Mitarbeiter am BFI Linz, wurde die Idee zu einem wöchtentlichen Deutschkurs direkt vor Ort im Garten geboren, der Menschen mit Migrationshintergrund beim Gemeinschaftsgarteln gleichzeitig beim Erlernen der neuen Sprache unterstützen soll. Praktische Dinge vor Ort beim Namen zu nennen – wie hier auf Tischen und Bänken am Rasen – macht nicht nur mehr Spaß, sondern prägt sich auch gleich viel besser ins Gedächtnis ein.

Marie Edwige Hartig, Grüne Gemeinderätin in Linz, unterstützt das Projekt Wachstumsphase auch bereits von Beginn an. Ihr ist es wichtig, dass hier alle Menschen die gleiche Chance bekommen, sich mit Freude in die neue Gemeinschaft einbringen zu können.

Tour de Leonding 2013

 

Seit rund einem Jahr finden sich in Leonding während der Radsaison jedes Monat begeisterte Alltagsradfahrerinnen und -radfahrer zusammen, um sich gemeinsam auf die Tour de Leonding zu machen. Dabei geht es um ein geselliges Spazierenfahren durch die unterschiedlichen Stadtteile Leondings. Als auffällige Kolonne von Radfahrern wollen die teilnehmenden Menschen damit vor allem eines: das Thema Radfahren im Alltag unter die Bevölkerung bringen. Mit dabei ist jedes Mal - von Jung bis Alt – eine bunte Mischung von Leuten auf dem Fahrrad, E-Bike, Lastenrad, E-Scooter,  Radanhänger und vielem mehr.

Ein weiteres Ziel im Rahmen der Tour de Leonding ist es, die Leondinger Radverbindungen auf ihre Tauglichkeit zu testen, gut geeignete und weniger gut geeignete Stellen im Radnetz herauszufiltern und dies dann auch zu kommunizieren. Ausklang findet die Tour de Leonding dann stets bei einer gemütlichen Radlerjause am Ziel.

Veranstaltet wird die Tour de Leonding In Zusammenarbeit mehrerer Initiativen und Vereine wie der Radlobby Leonding, dem Kulturvereinen urbanfarm und dem Kulturforum Leonding.

Der nächste Termin ist der Freitag, 20. September 2013 um 17:00 h. Treffpunkt dafür ist ab 16:45 h am Stadtplatz Leonding.

Am Samstag, 21. September wird es am Stadtplatz außerdem im Rahmen der Mobilitätswoche einen Informationsstand zum Thema Radeln im Alltag geben, wo auch die mobile Fahrradwerkstatt von emoc, Basteln für Kinder sowie ein Fahrradfrühstück stattfinden werden. Interessierte RadlerInnen aus der ganzen Stadt sind herzlich dazu eingeladen!

Mehr Infos:  http://www.radlobby.at/leonding

 

„Salam Aleikum“ aus dem Garten Labor

Auch fünf der im Winter in die Pension Alexandria einquartierten Asylwerber in Leonding erhielten Plätze im Garten Labor.

Auch fünf der im Winter in die Pension Alexandria einquartierten Asylwerber in Leonding erhielten Plätze im Garten Labor.

 

Seit 2013 gibt es das Projekt Garten Labor im Leondinger Stadtteil Hart erstmals an zwei Standorten. Nachdem im vergangenen Jahr der Platz im Garten für all die interessierten Menschen aus der Umgebung längst nicht mehr reichte, bot die Stadt nun einen zweiten Platz für die Errichtung eines Gemeinschaftsgartens an. So entstand ab April – mit tatkräftiger Unterstützung des Bauhofs – in der Wiese seitlich der Limesstraße (direkt gegenüber des Freibads) eine weitere Fläche von 300 m², auf der für die Nachbarschaft Gemüsebeete errichtet wurden.

Auch fünf der im Winter in die Pension Alexandria einquartierten Asylwerber in Leonding erhielten Plätze im Garten Labor. Da die jungen Männer monatlich nicht mehr als 150,- Euro zur Verfügung haben und daher sehr sparsam haushalten müssen, bekamen sie – etwa, wenn es um die Beschaffung von Pflanzen oder einfachen Gartengeräten ging, Unterstützung von der Grünen Basis Leonding, von der Gärtnerei „Grünes Zebra“ in Bergham, von Nachbarn in der Umgebung, und nicht zuletzt auch vom Verein urbanfarm, der seit 2011 das Projekt Garten Labor organisiert und betreut. Ging es dann darum, bei dem einen oder anderen Handgriff mitzuwerken, waren die jungen Männer mit Herkunft großteils aus Syrien, Pakistan oder Afghanistan sofort zur Stelle: so ging die Errichtung des Zaunes um die neue Gartenfläche, zu dem die Grüne Basis 500,- Euro beisteuerte, durch ihre Hilfe besonders schnell und souverän, und auch ein kleines Regendach, um wertvolles Regenwasser in zwei Containern beim Garten besser auffangen zu können, war kurze Zeit später mit vereinten Kräften errichtet.

Inzwischen sprießt und grünt es in allen Beeten. Die Vielfalt der Menschen, die im Garten Labor werkeln, spiegelt sich in den Pflanzen wider: von großen Fleischtomaten aus Kasachstan über roten Spinat aus Bangladesh oder violetten Kartoffeln aus dem Waldviertel hin zu rumänischen Permakultur-Mais.

Sowohl im Standort Stadtpark/ Richterstraße als auch in der Limesstraße tut sich seither was. Jeden Tag trifft man am späten Nachmittag zahlreiche Menschen im Garten, die kommen, um ihre Pflanzen zu gießen und ihre Beete zu versorgen, aber auch um miteinander zu plaudern und individuelle Tipps rund ums Garteln auszutauschen. Zwei Jahre darf jeder Teilnehmer seine Beete kultivieren, danach werden die Plätze im Garten Labor zwischen allen interessierten Personen neu verlost.

Informationen und Bilder dazu unter www.urbanfarm.at/gartenlabor oder www.gartenlabor.at

 

Zeichen setzen

Die umstrittene Abwahl von Umweltstadträtin Maria Haberpointner-Schlagnitweit. (Foto: José Pozo)

 Am 31. Jänner 2013 fand im Gemeinderat der Stadt Leonding die umstrittene Abwahl von Umweltstadträtin Maria Haberpointner-Schlagnitweit statt.

Maria Haberpointner-Schlagnitweit wurde vor Jahren von der Fraktion der Grünen zur Stadträtin gewählt und vermochte es, in dieser Position viele Anliegen zu konkretisieren und Projekte zu realisieren. Sie profilierte sich durch einen starken Idealismus und eine sehr konstruktive Arbeitsweise.

Aufrichtig die eigene Meinung zu vertreten ist einer ihre zentralen Grundsätze.

 Dem Fraktionsobmann Lukas Dorn-Fussenegger, der sie damals, vor Jahren, in den Stadtrat berufen hatte, war das zu viel. Von seiner Fraktion erwartet er nicht eigenständiges Denken sondern vielmehr Gehorsam, was die Vorgaben des Obmanns betrifft.

 Dass die Stadträtin gute Arbeit geleistet hat und daher nicht abgewählt werden soll, befanden am 31. Jänner etliche Menschen, die zu einem stillen Protest gegen die Linie der Grünen Fraktion Leonding in den Gemeinderat kamen.

Den Einspruch vieler Grüner Basis-Mitglieder ungeachtet wurde am selben Abend ein Misstrauensantrag gegen die Umweltstadträtin gestellt.  

 Maria Haberpointner-Schlagnitweit verbleibt somit einfaches Gemeinderat-Mitglied ohne wesentliche Arbeitsbereiche oder Aufgaben.

Bleiben wird sie aber, denn es ist wichtig, gegen derlei Machtspiele Zeichen zu setzen. Und Maria Haberpointner-Schlagnitweit ist nicht fertig mit ihren Ideen, sondern will vielmehr neue Wege finden, für die Stadt und ihre Menschen zu arbeiten und gute Projekte voranzutreiben.

 Wir sind stolz auf Maria Haberpointner-Schlagnitweit, die sich einem langwierigen, grausamen Konflikt mutig gestellt hat und sich von ihrer Überzeugung nicht abbringen lässt.

urbanfarm Büro für Kultur und Kommunikation