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urbanfarm Büro für Kultur und Kommunikation

Girls and boys, what´s up?

Girls and boys, what´s up?

Girls and boys, what´s up?_Inovationtopf 2012

Gemeinsam mit  Jugendlichen des Jugendzentrums am Harter Plateau möchten wir  Sichtweisen und Ideen zum Rollenbild von Mädchen und Frauen diskutieren  und erforschen. Dabei veranstalten wir ein gemeinsames Arbeitsprojekt an  einem Blog und im Nachhinein werden Arbeitsprozess und Rollenverteilung  reflektiert und eine gemeinsame Diskussion zum weiblichen Rollenbild in  Alltag und Arbeitswelt eingeleitet, die per Video dokumentiert wird.  Dazu gründen wir eine Facebook-Seite mit dem Titel „GIRLS AND BOYS,  WHAT´S UP?“, um hier Ausschnitte und Zitate aus dem Video zu  veröffentlichen und die Diskussion im Internet fortzusetzen und  besonders junge Leute damit anzusprechen und einzubinden.

Start des Projekts „Girls and Boys, what´s up?“

 

Girls and boys, what´s up?

Girls and boys, what´s up?. HS10 Löwenfeldschule Kleinmünchen. Mit Sven Schwerer.

Anfang März fanden die ersten Treffen in den Schulkassen der neuen Mittelschule Hart und der HS10 Löwenfeldschule Kleinmünchen statt.

 In der 2C in Hart empfingen uns die Schüler mit verschiedenen Rollenspielen, die die Beziehung zwischen Mädchen und Burschen, Frauen und Männern thematisieren. Ein Mädchen meldet sich zum Fußballspielen an, und ihre beiden männlichen Mitschüler können das gar nicht verstehen. „Mädels spielen doch nicht Fußball, so was können nur Buben“, argumentieren sie im Rollenspiel. Dafür verstehen zwei Mädchen ihren Mitschüler nicht, der freiwillig und nicht einmal ungern eine Mütze häkelt. „Seit wann häkeln denn Buben? Wo hast Du das überhaupt gelernt?“

Girls and boys, what´s up?. HS10 Löwenfeldschule Kleinmünchen.

Girls and boys, what´s up?. Männer verdienen viel Geld. urbanfarm.

Für ihre Rollenspiele haben die zwölf- bzw. dreizehnjährigen Mädchen und Burschen typische Klischees aufgegriffen und inszeniert. Und auch über Rollenbilder im späteren Berufsleben haben sie sich Gedanken gemacht. So wie bereits jetzt bei den Schülerinnen und Schülern gewisse Verhalten festgelegt sind, existieren diese Muster auch später in der Arbeitswelt. Typische Männer- und Frauenberufe sind den SchülerInnen eingefallen. Im Hochofen in der VOEST oder am Bau, da gibt es tatsächlich nur Männer. Und Friseurinnen werden fast nur Frauen.  Chefs von großen Firmen sind fast immer Männer, und auch in der Politik gibt es nicht viele Frauen – das ist ihnen alles aufgefallen.

 

Girls and boys, what´s up?. HS10 Löwenfeldschule Kleinmünchen. Mit Sven Schwerer.

Girls and boys, what´s up?. HS10 Löwenfeldschule Kleinmünchen. Mit Sven Schwerer.

Auch die dreizehn- bis fünfzehnjährigen Burschen der 4A der Löwenfeldschule in Linz Kleinmünchen haben sich zum Thema Gedanken gemacht.  „Frauen sollten die gleichen Rechte wie Männer besitzen“, erklärt uns einer der Schüler, „warum sollten sie nicht Firmen-Chefinnen sein?“ Mit Frauen zusammen zu arbeiten oder selbst eine Frau als Chefin zu haben können sich alle der Burschen in der Klasse gut vorstellen.

„Nur in diesem Alter sind die Mädchen ziemlich unreif“, überlegen die Burschen über ihre Mitschülerinnen. Sie verstehen oft nicht, warum sich die Mädchen sogar in der Schule so stark schminken, dass es gar nicht mehr echt wirkt. Ihnen würde es natürlicher viel besser gefallen. Und sie würden sich auch freuen, wenn die Mädchen einmal Fußball spielen mit ihnen. Aber die Mädels haben ihre eigenen Dinge, kichern und spekulieren, wer in wen verliebt ist. Das verstehen die Burschen nicht immer.

Girls and boys, what´s up?. HS10 Löwenfeldschule Kleinmünchen. Mit Sven Schwerer.

Girls and boys, what´s up?. HS10 Löwenfeldschule Kleinmünchen.

Jeder Bursch in der 4A entstammt einer Familie mit migrantischem Hintergrund.  Sehr viele der Familien kommen aus dem ehemaligen Jugoslawien. Bei fast allen von ihnen arbeiten beide Elternteile, und die Hausarbeit daheim wird unter der ganzen Familie aufgeteilt: hier hilft jeder ganz selbstverständlich mit.

Für die Zukunft wünschen sich die meisten Burschen einmal eine eigene Wohnung für eine eigene kleine Familie mit ein bis zwei Kindern. Einige von ihnen möchten studieren und erst eine Familie gründen, wenn sie ins Berufsleben eingestiegen sind.

Beim nächsten Termin holen wir uns ihre weiblichen Klassenkameradinnen vor die Kamera und werden sie nach ihrer Sicht der Dinge befragen.

In der Gesamtschule Hart werden inzwischen neue Rollenspiele vorbereitet, die die Thematik Mädchen und Burschen weiter vertiefen.

In den kommenden Wochen wird es für uns noch eine Reihe spannender Begegnungen mit diesen jungen Menschen geben. Das Ergebnis der Zusammenarbeit wird schließlich in Form einer Videodokumentation präsentiert.

 

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