urbanfarm Büro für Kultur und Kommunikation

 

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22.05.2014

"Im Gehen fliegt die Zeit vorbei" // Gruppenausstellung

Kunstraum SUBURBIA Eröffnung: 22.05.2014, 18 h Ausstellug dauer bis: 07.06.2014 Ausstellungsinstallationen mit geladenen KünstlerInnen: Miguel Gonzalez Gonzalez, José Pozo, Johanna Klement, und mehr.    mehr


16.05.2014

Anna Weidenholzer liest.

Am Freitag, 16. Mai 2014 ab 19:00 Uhr. Anna Weidenholzer_Lesung und Diskussionsveranstaltung zur Thematik "Arbeitslosigkeit in Österreich" im Kunstraum SUBURBIA.    mehr


09.05.2014

Tour de Leonding #2

Radspazierfahrt durch Leonding; Treffpunkt: Stadtplatz, 16:45 Uhr.    mehr




 

Es ist,  als hätte jemand die Vögel vom Himmel geschossen.“

Wie es ist, möchte Martha am Telefon wissen. In Ordnung, sagt Maria, es ist alles in Ordnung, und bläst in den Kaffee.“ (zit. aus dem Roman „Der Winter tut den Fischen gut“ von Anna Weidenholzer, S 138)

Das ist das (kurze) Kapitel 24, das die Stimmung dieses für mich sehr berührenden Debütromans von Anna Weidenholzer besonders gut auf den Punkt bringt.

Die Hauptfigur des Romans, Maria Beerenberger, eine gelernte Textilfachverkäuferin, ist gerade gekündigt worden, obwohl sie eine langgediente, verlässliche und kompetente Mitarbeiterin in der Boutique war.

Sie haben jetzt die Freiheit von vorn zu beginnen“ wird ihr noch während der Kündigung zynisch auf den Weg mitgegeben.

Anna Weidenholzers Roman beschreibt den tristen, mitunter sehr einsamen und ereignislosen Alltag dieser arbeitslos gewordenen Textilfachverkäuferin mittleren Alters.

Das an sich eher karge Dasein der Hauptfigur Maria Beerenberger wird von der jungen Autorin sehr detailgetreu, in eindringlicher, bildhafter Weise in eine Geschichte verwandelt, die den Leser/die Leserin von Anfang an in den Bann zieht.

Die „Geschichte“ ist traurig. Vor allem gegen Schluss wird die Bandbreite des Schicksals für mich so richtig bewusst. Denn – was eine sehr interessante Komponente des Romans darstellt – der Lebensbericht wird rückwärts von heute bis in die Kindheit erzählt.

Der Tag vergeht, das Licht verbrennt, sagt meine Nachbarin. Fangen wir von hinten an“.

Alles beginnt sehr bedrückend, so still - man kann förmlich das Ticken der Uhr heraushören. Das Bild, das Anna Weidenholzer von Maria im Frotteebademantel in der Früh in ihrer Wohnung am Anfang/am Ende der Geschichte  zeichnet, ist  einprägsam, kann deutlich im Kopf visualisiert werden. Solche Dinge so zu beschreiben gelingt nur einer guten Schriftstellerin.

Banalitäten umgeben Maria, sei es der Spiegel, das Baumwollnachthemd, die Bettwäsche. Maria hält sich an diesen Alltagsgegenständen fest, dadurch merkt sie, dass sie existiert. Dazwischen beschäftigen sie immer wieder Gedankengänge aus der Zeit, in der sie noch eine gefragte und kompetente Textilfachverkäuferin war. Zitate ihres ehemaligen Chefs, Herrn Willert, werden wie Dogmen dazwischen gefügt.

Alltäglichkeiten aus Marias Tagesabläufen werden zu beklemmenden Zeichen der Ausweglosigkeit.

Dann stirbt ein Frosch im Gemüsefach des Kühlschranks, Herr Popovic, der Hausmeister, wird gekündigt und jemand schlägt einen Nagel in die Fichte vor Marias Balkon, damit der Baum stirbt. Ständig ist Maria mit traurigen und deprimierenden Ereignissen konfrontiert. Auch ihr verstorbener Ehemann Walter, ein Elvis-Imitator, ist eine eher tragische Figur.

Dadurch, dass kaum überflüssige Satzzeichen beim Lesen stören, fließt alles dahin, geht seinen Weg. Aber es gibt auch kein Entkommen. Und da das Ganze rückwärts läuft, wird die Perspektive immer kleiner, wie ein Vorhang, der sich langsam schließt.  

Anna Weidenholzer, geboren 1984 in Linz, studierte Vergleichende Literaturwissenschaft in Wien und Wrocław, Polen. Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien, zahlreiche Auszeichnungen, darunter der Alfred-Gesswein-Preis 2009, Aufenthaltsstipendium Schloss Wiepersdorf 2011, Staatsstipendium für Literatur 2011/2012. Mit ihrem ersten Buch, "Der Platz des Hundes" (2010), war sie 2011 für das Europäische Festival des Debütromans in Kiel nominiert.

(entnommen aus dem Klappentext des Romans :“Der Winter tut den Fischen gut“)

Else Koller

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Pension Alexandra_Die Asylwerber aus Leonding

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 Ein Projekt von urbanfarm.Die Asylwerber sind Anfang des Jahres 2013 nach Leonding gekommen und hier in der ehemaligen Pension Alexandra einquartiert. Urbanfarm hat im Frühling Kontakt aufgenommen, um mit den Asylwerbern zusammenzuarbeiten und einen offenen Austausch von Kulturen und Ideen zu fördern.Im Projekt „Pension Alexandra" möchten wir zwei Aspekte besonders berücksichtigen: Wie stellt sich das Leben der Asylwerber einerseits aus äußerer Sicht dar, und was haben uns die Asylanten mit einem Blick auf ihr eigenes Leben andererseits zu erzählen?Mit der Hilfe von kleinen Kameras und Handys wollen wir den Alltag der Asylwerber erzählen und dokumentieren. Das Resultat wird in Form einer Dokumentation (Video, Fotografie, Sound) präsentiert. Ziel ist es, möglichst viele BewohnerInnen der Pension Alexandra in das Projekt zu integrieren und so ihre eigenen Ideen und Kreativität in den Film einfließen zu lassen. Auch Drehbuch, Storyboard und Schnitt des Films sollen nach Möglichkeit gemeinsam entwickelt werden. Das Ergebnis soll das Alltagsleben, aber auch die Träume, Hoffnungen und Frustrationen nach der Flucht wiedergeben.

Es handelt sich bei den Asylwerbern, die in der Pension Alexandra leben, um sehr unterschiedliche, junge Menschen, oft mit ähnlicher Herkunft und Kultur; und doch ist natürlich jede einzelne Person unter ihnen eigen.Unsere Gesellschaft versucht immer, alle Asylwerber in einen Topf zu werfen. Ihnen wird meist mit Angst und Misstrauen entgegnet; eine Auseinandersetzung mit den Menschen, die sich hinter dem Schlagwort Asylwerber befinden, gibt es kaum. Vielmehr herrschen hier Angst und Unbehagen, wenn es um Flüchtlinge aus anderen Ländern geht. Die Österreicher rund herum lassen sie meist gewähren, tun dies aber mit großer Zurückhaltung, Skepsis und Distanz. Vorurteile und Desinteresse führen darüber hinaus oft noch zu Anfeindungen und schlechtem Image.So bleiben die Asylwerber großteils abgeschnitten von der Gesellschaft, es gibt keine richtige Kommunikation. Wie sollten dann auch die Menschen rund herum Bescheid wissen über das Alltagsleben eines solchen Asylwerbers in Österreich?Was tut ein solcher Bewohner der Pension Alexandra eigentlich ganzen Tag?Wie lebt es sich mit einem Auskommen von 145,- Euro im Monat, ohne eine Arbeit verrichten oder einer Beschäftigung nachgehen zu dürfen?Und wie fühlt es sich an, in einer völlig anderen Kultur zu leben, und - umgeben von einer anderen Sprache und Umgebung – die Vergangenheit komplett hinter sich lassen zu müssen?Wie funktioniert es, zu Warten, ohne Gewissheit über die Zukunft, eingehüllt in Zeit und Ort, ohne wirklich voranzukommen?Prinzipiell suchen die Asylwerber genau das Gleiche wie wir selbst: ein Leben in Sicherheit. Freiheit und Wohlstand. In die Kultur, die hier in Europa herrscht, haben sich die jungen Flüchtlinge in ihren Träumen und Wünschen großteils integriert.Die BewohnerInnen der Pension Alexandra haben viel zu erzählen, doch sie erreichen ihre Zuhörer nicht. Wie können sie ihre Lebensrealität, ihre Motive und ihre persönlichen Ansichten vermitteln, wie können sie Kontakt aufnehmen, sich bei den Menschen in Linz und Leonding vorstellen und zeigen, dass sie gern Teil von ihnen wären? Und wie können sie Besonderheiten aus ihren jeweiligen Kulturen und Herkunftsländern preisgeben und die Menschen in Österreich für Neues interessieren?Aus diesen Fragen heraus entstand die Idee eines Videos, das sich aus vielen unterschiedlichen Blicken und Perspektiven der Asylwerber zusammensetzt. In diesem Video sollen persönliche, aufschlussreiche und manchmal überraschende Bilder die Lebensrealität der Asylwerber subtil wiedergeben, um außenstehenden Menschen Eindrücke jenseits von Vorurteilen und Gerüchten - über sich selbst verschaffen zu können

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 Der Blog zum Projekt "Girls&Boys" ist online. 

http://www.urbanfarm.at/girlsandboyswhatsup/


 

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 Männer verdienen viel Geld und Frauen streiten mehr als Männer.

Girls and Boys, what´s up? Ein Projekt von urbanfarm realisiert durch den Kupf- Innovationstopf 2012.

Girls and boys,what's up? Projekt von urbanfarm realisiert durch den Kupf- Innovationstopf 2012.

In der 4A-Klasse der HS10 Löwenfeldschule in Linz/Kleinmünchen wurde jede Menge an Vorurteilen eingeräumt – und damit auch aufgeräumt. Was sagen junge Mädchen und Burschen im Alter von dreizehn bis fünfzehn Jahren zu Aussagen über zickige Frauen, aggressive Männer oder Frauen als Bundeskanzlerin?
Weibliche und männliche Rollenbilder umgeben uns permanent: in der Familie prägt von Anfang an das Verhältnis zwischen Vater und Mutter, zwischen Brüdern und Schwestern. Aber auch im Schulalltag sind Differenzen zwischen Mädchen und Burschen sehr präsent und stellen die jungen Menschen immer wieder vor neue Herausforderungen.

Girls and boys,what's up? Projekt von urbanfarm realisiert durch den Kupf- Innovationstopf 2012.

Girls and boys,what's up? Projekt von urbanfarm realisiert durch den Kupf- Innovationstopf 2012.

Mit den jungen Mädchen und Burschen diskutierten wir daher den gemeinsamen Umgang im Schulalltag. Wir wollten wissen, was „typisch Mädchen“ bzw. „typisch Jungs“ ist, und wie sich der Blick in die Zukunft für die jungen Menschen gestaltet. Sind die Mädchen und Burschen mit ihrer derzeitigen Situation zufrieden?

Was sind die Erwartungen an die Zukunft, was sollte sich verändern?


 

Girls and boys,what's up? Projekt von urbanfarm realisiert durch den Kupf- Innovationstopf 2012.

Girls and boys,what's up? Projekt von urbanfarm realisiert durch den Kupf- Innovationstopf 2012.

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Mit der Situation in der Schule sind die meisten Burschen an sich sehr zufrieden. Sie haben eine gute Klassengemeinschaft; die Burschen verstehen sich alle miteinander gut, und die Mädels sind, so weit, ganz ok. Es gibt allerdings ein paar Eigenheiten, die die Burschen an den Mitschülerinnen nicht ganz verstehen, allem voran das Schminken am Klo in der Pause. Worauf sich die Mädchen entrüsten: „wir sind doch gar nicht geschminkt!“ und zu bedenken geben, dass sich die Burschen teilweise ganz schön kindisch verhalten. Noch besser zum Tageslicht kommt das aber zu Hause: während Frauen stets aufräumen und auffordern, aufzuräumen und sauber zu machen, betreiben Männer mit viel Leidenschaft Computerspiele oder sehen fern. Geht die Frau dann einmal zum „Shopping“, freut sich der Mann darüber, daheim ungestört spielen zu können.  

Girls and boys,what's up? Projekt von urbanfarm realisiert durch den Kupf- Innovationstopf 2012.

Girls and boys,what's up? Projekt von urbanfarm realisiert durch den Kupf- Innovationstopf 2012.


 

Sind Frauen – abseits von Saubermachen und Shopping – auch in Chefetagen von Politik und Wirtschaft denkbar? Sowohl Mädchen als auch Burschen gefällt die Idee von Frauen in Führungspositionen. Auch eine weibliche Chefin zu haben, können sich die meisten gut vorstellen. „Frauen sind sensibler und lösen Probleme oft viel besser als Männer“, erklärt uns eines der Mädchen, weshalb Frauen gerade in Firmen und bei politischen Entscheidungen mehr zum Sagen haben sollten.

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In punkto Musik klaffen die Geschmäcker von den Mädchen und Burschen der Klasse hingegen weit auseinander. Während der männliche Teil durchgehend zu Musikern, die eindeutig übles Machogehabe, Gewalt und Sexismus vertreten (Kollegah), tendiert, schwärmen die Mädchen allesamt für Boygroups voller Romantik, Kitsch und Kommerz(One Direction).  


 

Ins Berufsleben ist noch niemand dieser jungen Menschen eingestiegen, nach Ende der Schule planen aber einige bereits, mit einer Lehre fortzufahren; eher wenige sind es, die weiter in die Schule gehen möchten.

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Interessant wäre natürlich, Fragen und Provokationen zum Thema Frauen und Männer in einigen Jahren in gleicher Runde noch einmal durchzubesprechen, wenn die meisten Burschen und Mädchen bereits selbst in Kontakt gekommen sind mit Arbeitsalltag, Berufswelt und Karriere. Meinungen über Männer und Frauen werden sich dann noch viel deutlicher formieren – die „next Generation“ ist am Zug, was das Prägen von Rollenbildern im Alltag betrifft.

Girls and boys,what's up? Projekt von urbanfarm realisiert durch den Kupf- Innovationstopf 2012.

Girls and boys,what's up? Projekt von urbanfarm realisiert durch den Kupf- Innovationstopf 2012. Löwenfeld-schule in Linz/Kleinmünchen.

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Der Verein urbanfarm wird finanziert durch Mitgliedschaften, Fördermitgliedschaften, die Stadt Leonding und das Land Oberösterreich.


 

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